
Einfach drauf los
15 Dezember 2007Wenn man sich immer vornimmt mal was zu bloggen, es aber dann immer vor sich hin schiebt, ist es irgendwann schon längst nicht mehr aktuell und dann will man auch nichts mehr schreiben. Also fang ich einfach mal an. Mit einem Thema. Nicht über alles. Sonst fang ich doch nie an. Auch wenn die anderen Themen auch so interessant sind aber nein. Außerdem schreiben schon so viele Leute darüber. Nicht, dass es mich nicht auch bewegen würde. Nein, aber trotzdem, erstmal nur das:
Mich bewegt in letzter Zeit vor allem, wie sich in meinem Leben meine soziale Verantwortung auswirkt: Ich meine außer dass ich meinen Kaffee fair gehandelt kaufe. Und darauf achte, weniger Wasser und Energie zu verschwenden – und das nicht, damit die Rechnung niedriger ist, sondern weil ich auch eine Verantwortung für meinen Umgang mit der Umwelt habe. Wann ist genug? Irgendwie stimmt ja der Spruch auf der Karte, die ich neulich bekam: Du kannst nicht die ganze Welt verändern. Aber du kannst einen Menschen glücklich machen (oder so). Aber das ist jetzt auch nicht mit fairem Kaffee getan. Und auch nicht wenn ich auch noch meine Schokolade fair gehandelt kaufen würde. Und dann stolpert man auch noch über sich selbst. Wie würde mein Leben denn dann aussehen? Da kommen plötzlich Ängste auf. Will ich das denn überhaupt. Ich will. Aber ich habe meine Antwort noch nicht gefunden. Ich suche noch.
Gut, dass du diese Fragen stellt, ich werd für sowas immer gehauen.
Ne, mal im Ernst. Ich frage mich immer, wie viel es der Gesamtheit tatsächlich bringt, wenn ich meine „christliche Pflicht“ (Vorsicht Gesetzlichkeit!)erfülle und fair gehandelte Produkte kaufe und ob man nicht durch „gute Taten“ in seiner Umgebung viel mehr Menschenleben retten kann?
Just thinking…
Nun, ich sehe durchaus eine Verantwortung für mein Konsumverhalten. Deswegen kauf ich meine fair gehandelten Kaffee auch nicht mehr bei einer gewissen Discount-Kette, die für ihre Mitarbeiter-Politik berühmt-berüchtigt ist. Das find ich nämlich irgendwie paradox. Und trotzdem kaufe ich da auch noch manches andere – auch paradox, aber ich bin wie gesagt noch nicht durch mit der Frage.
Meine Frage ist nicht, ob ich „fair trade“ gegen konkretes Handeln in meiner Umgebung tauschen sollte. Ich finde nur, dass ich viel zu schnell stehen bleibe, weil ich ja immerhin ein klein wenig tue.
Und das ganze Thema ist bei mir irgendwie grad aktuell, es geht mir nicht um Pflichterfüllung. Grad, wo Gesetzlichkeit momentan eines meiner „Lieblingsthemen“ ist.
ich denke inzwischen nicht mehr, dass es nur darauf ankommt, ob mein Einkaufsverhalten die Welt ändert(auch wenn ich da mal was geschrieben hab), sondern das es auch um mein richtiges Handeln vor Gott geht, um das Prinzip, und selbst wenn ich nur einen Tropfen auf den heißen Stein gieße ändert es vielleicht wenigstens ein Einzelschicksal, so wie Gott auch Einzelschicksale liebt.
@Sammy: Ich glaube, dass Gott durchaus ein Interesse daran hat, die Welt zu verändern. Daher muss sich das ja nicht wiedersprechen. Ich handle ja auch nicht aus purem Weltverbesserertum. Wir sollten das gar nicht so gegeneinander ausspielen, die gesamte Welt und die Einzelschicksale.
Richtig, war vielleicht ein bißchen blöd formuliert.
Ich meinte eher, dass es die Welt vielleicht nicht verändert, ist zuwenig Grund, um etwas nicht zu machen.
Ja, ich stimme euch Coppes-Brüdern zu und frage mich auch immer wieder was ich noch tun kann…